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Binäre Optionen – ihre rechtliche Qualifizierung und ihre Versteuerung

Binäre Optionen sind für Trader ein überaus interessantes Handelsobjekt, wenn es darum geht, in kurzer Zeit hohe Gewinne einzufahren, wobei das schnelle Geschäft auch mit hohen finanziellen Risiken verbunden ist. Ein spezielles Gesetz für die steuerliche Behandlung von mit binären Optionen erzielten Gewinnen gibt es nicht. Deshalb stellt sich zunächst einmal die Frage, wie binäre Optionen rechtlich zu qualifizieren sind, als Glücksspiel oder als Finanzderivat, und wie mögliche Gewinne zu versteuern sind und in welcher Höhe.

Binäre Optionen – ein Kurzporträt

Eine binäre Option ist ein Finanzderivat, das von Optionen abgeleitet wird und zur Kategorie der Termingeschäfte gehört. Spekuliert wird auf fallende oder steigende Kurse, wobei als Basiswerte Indizes, Aktien, Währungspaare und auch Rohstoffe in Frage kommen. Insoweit existieren binäre Kaufs- und Verkaufsoptionen in europäischer und amerikanischer Variante. Allerdings befindet sich der überwiegende Teil der Broker im Ausland, so dass sich daraus die Frage der Besteuerung von binären Optionen ergibt. In sehr kurzer Zeit können durch den Handel mit binären Optionen hohe Gewinne erzielt werden, was sie für Trader zu einem überaus interessanten Handelsobjekt macht. In diesem Zusammenhang stellt sich allerdings die Frage, ob beziehungsweise wie der Gewinn aus binären Optionen versteuert werden muss. Eine eindeutige gesetzliche Regelung hinsichtlich der Besteuerung der aus dem Handel mit binären Optionen erzielten Gewinne gibt es nämlich nicht.

Handel mit binären Optionen: Glücksspiel oder Finanzprodukt?

Um die steuerlichen Fragestellungen beantworten zu können, ist zunächst zu klären, ob es sich beim Handel mit binären Optionen um ein Glücksspiel oder um ein Finanzprodukt handelt, denn davon ist die Besteuerung abhängig. Sofern es sich beim Handel mit binären Optionen um ein Glücksspiel handelt, sind die daraus erzielten Gewinne steuerfrei, denn Gewinne aus Glücksspielen sind regelmäßig steuerfrei. Die überwiegend in der Jurisprudenz vertretene Auffassung tendiert jedoch dahin, dass es sich beim Handel mit binären Optionen um ein Finanzprodukt handelt. Und dafür gibt es eine plausible Erklärung. Sie stellt ab auf den Trader, der als Händler am Finanzmarkt die Absicht hat, Gewinne zu erzielen und zwar regelmäßig. Im Mittelpunkt steht also die Gewinnerzielungsabsicht des Traders, die darauf gerichtet ist, regelmäßig und dauerhaft mit Spekulieren Gewinne zu erzielen. Die regelmäßige Gewinnerzielung ist jedoch keine für Glücksspiele typische Eigenschaft.

Stattdessen sind binäre Optionen eher mit klassischen Optionen vergleichbar. So sind binäre Optionen ein von klassischen Optionen abgeleitetes Finanzinstrument, für die zwei Szenarien charakteristisch sind: Der Trader prognostiziert die Richtung der Kursentwicklung nach oben oder unten bis zum Ende der Laufzeit richtig oder nicht. Liegt der Trader in seiner Einschätzung richtig, wird ein vorab festgelegter Gewinn ausbezahlt, während andernfalls die Option wertlos ist und nur manchmal eine Rückzahlung des Einsatzes gewährt wird. Anders verhält es sich bei klassischen Optionen, die das Recht verbriefen, den zugrunde liegenden Wert am Ende der Laufzeit zu erwerben, während bei binären Optionen die Kursentwicklung im Mittelpunkt steht.

Binäre Optionen gelten insoweit als Derivate und sind eine Kapitalanlage. Grundsätzlich werden in Deutschland Erträge aus Kapitalanlagen mit der Abgeltungssteuer belegt. Insoweit handelt es sich bei binären Optionen nicht um ein Glücksspiel, sondern um ein Finanzprodukt, auf das eine Abgeltungssteuer erhoben wird.

Ein richtungsweisendes Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH)

Nach Auffassung des BFH sind selbst hochriskante Termingeschäfte kein privates Glücksspiel, sondern eine im Rahmen des Börsenhandels verwendete Handelsstrategie. Der BFH ist das oberste deutsche Gericht, wenn es um Steuer- und Zollangelegenheiten geht. Noch lange vor dem Handelsboom mit binären Optionen hat der BFH im Jahr 1999 ein richtungsweisendes Urteil gesprochen. Bereits damals stellte er fest, dass auch bei hochriskanten Termingeschäften immer eine unternehmerische Strategie zugrunde liegt.

Die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent

Im Rahmen der Abgeltungssteuer wird seit 2009 jeder Kapitalertrag, der über den Sparer-Pauschbetrag hinausgeht, mit 25 Prozent pauschal versteuert zuzüglich Solidaritätszuschlag sowie bei Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche Kirchensteuer. Alleinstehende haben einen Freibetrag von 801 Euro, während der Freibetrag bei verheirateten Paaren bei 1602 Euro liegt. Anlegern ist zu empfehlen, die Summe ihrer Kapitalerträge zu schätzen und den Freibetrag auf die verschiedenen Konten adäquat zu verteilen und entsprechende Freistellungsaufträge zu stellen. Für die Kapitalerträge, die über dem freigestellten Betrag liegen, führt die Bank automatisch die fällige Abgeltungssteuer an das Finanzamt ab.

Die praktische Umsetzung der Besteuerung

Die meisten Broker, die mit binären Optionen handeln, befinden sich im Ausland. Das bedeutet, dass eine sofortige Abführung der Steuern nach Gewinnerzielung nicht stattfindet, weil ausländische Broker mit den deutschen Finanzbehörden nicht in der in Deutschland bekannten Weise kooperieren. Für den einen oder anderen Steuerzahler ist es geradezu verlockend, sich die im Ausland erzielten Gewinne überweisen zu lassen und sie nicht zu versteuern. Allerdings ist das bekanntermaßen nicht empfehlenswert, da die Vernetzung der Zentralbanken untereinander und mit den Steuerbehörden sehr weit fortgeschritten ist. Außerdem gibt es einige Staaten, die Meldungen über Kapitalerträge über die Banken an die deutschen Finanzämter weiterleiten. Es führt also kein Weg daran vorbei, auch Gewinne aus binären Optionen zu versteuern. Dann stellt sich allerdings die Frage nach dem Wie, also wie diese Gewinne versteuert werden müssen.

Die Versteuerung binärer Optionen in der Steuererklärung

Anders verhält es sich bei Gewinnen im Inland, wo Kursgewinne oder Zins- beziehungsweise Dividendenerträge direkt an das Finanzamt abgeführt werden unter der Voraussetzung, dass kein Freistellungsauftrag vorliegt. Die Praxis bei binären Optionen ist eine andere und Gewinne und Erträge werden nicht automatisch abgeführt. Das bedeutet, dass der Trader selbst aktiv werden und diese im Rahmen der Einkommensteuererklärung eigenverantwortlich deklarieren muss. Erträge aus Kapitalanlagen werden in der Anlage KAP aufgeführt. Anders als früher, als Verluste mit Zinserträgen verschiedener Anlagegattungen – beispielsweise Aktiengeschäft und Tagesgeldkonto – miteinander verrechnet werden durften, ist das heute nicht mehr zulässig. Erlaubt ist lediglich, Gewinne und Verluste aus der gleichen Anlagegattung gegeneinander aufzurechnen. Wer binäre Optionen in der Steuererklärung benennt, ist daran interessiert, die Höhe der Steuern möglichst gering zu halten. Verrechnet man die Gewinne mit möglichen Verlusten, werden auf den Saldo 25 Prozent Abgeltungssteuer einbehalten. Endet ein Geschäftsjahr im Minus, kann es als Verlustvortrag auf das kommende Jahr übertragen und angerechnet werden. Das hat zur Folge, dass die Gewinne des nachfolgenden Jahres um diesen Verlustvortrag reduziert werden.

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