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Binäre Optionen – Werden Steuern auf Gewinne fällig?

Die binäre Option, die man auch digitale Option nennt und die beim Versuch der Geldvermehrung über ein Finanzderivat ganz klar das „Zocker-Gen“ im Kapitalanleger anspricht, ist eine Transaktion der Kategorie „Termingeschäft“. Basierend auf der Tatsache, dass der Anleger auf ein im Vorfeld definiertes oder fixiertes Ereignis sein Geld „setzt“, zum Beispiel steigende oder fallende Kurse bei Aktien, Währungen, Rohstoffe und so weiter, wird landläufig nicht selten angenommen, die binäre Option würde eine Art „finanzielles Glücksspiel“ darstellen. Ähnlich wie beim Roulette, wo man eine Fifty-Fifty Chance hat, wenn man auf Rot oder Schwarz setzt. Doch ist das tatsächlich so? Oder geht die binäre Option doch weit über ein Glücksspiel hinaus? Werfen wir gemeinsam einen genaueren Blick darauf.

Binäre oder auch digitale Optionen sind kein Glücksspiel!

Auch wenn man eine gewisse Ähnlichkeit des Setzens auf Rot oder Schwarz nicht abstreiten kann, fallen die Digitaloptionen definitiv nicht unter die Kategorie des Glücksspiels, da man durch aufmerksames Beobachten der Märkte, die man mit seinem Geld bedient, schon Trends filtern kann, ob Kurse fallen oder steigen. Somit unterliegen die erzielten Gewinne selbstverständlich auch der Besteuerung durch das zuständige Finanzamt. Doch welche Form der Besteuerung greift in diesem Fall? Ja, hier herrscht auf vielen Kanälen reichlich Unklarheit und es besteht tatsächlich noch keine Rechtssicherheit zu 100 Prozent. In den meisten Fällen wird die binäre Option und daraus entstandene Gewinne als Termingeschäft deklariert und somit kommt Paragraf 23 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) zum Tragen, wodurch die Gewinne unter die Abgeltungssteuer fallen. Diese Zuordnung basiert auf der großen Ähnlichkeit zum Geschäft mit Optionsscheinen, Zertifikaten oder auch Differenzkontrakten. Gerade in den Zertifikaten, vorzugsweise bei den Bonuszertifikaten, sind nicht selten Digitaloptionen enthalten, welche die Besteuerungseinstufung nach § 23 EStG rechtfertigen.

Doch nicht nur der Gewinn wird auf diese Weise behandelt, sondern natürlich auch entsprechende Verluste, die für diesen Fall mit anfallenden Kapitalerträgen verrechnet werden können. Bei dieser Regelung wird es demnach so lange bleiben, bis die Gesetzgebung eine andere Regelung vorgibt und eine definitive Rechtsprechung existiert. Was die mögliche Besteuerung über die Abgeltungssteuer angeht, müssen demnach pauschal 25 Prozent – zuzüglich der eventuell anfallenden Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags – zugrunde gelegt werden. Als Steuerpflichtiger können Sie einen Freibetrag von 801 Euro im Jahr geltend machen. Sollte der persönliche Steuersatz jedoch die 25 Prozent unterschreiten, findet sich die Berechnung im Rahmen des persönlichen Steuersatzes in der Einkommenssteuer wieder. Somit werden für die Gewinne aus den Binären Optionen die Steuersätze veranschlagt, die dem persönlichen Satz entsprechen.

Zusammenarbeit mit dem Broker aus dem Ausland

Sie werden sich nun sicherlich fragen, wie es sich verhält, wenn Ihr Broker im Ausland sitzt. Und auch das ist, wie nicht anders zu erwarten, einfach zu definieren. Es ist richtig, dass die meisten Broker nicht in Deutschland sitzen, sondern im Land maximal eine Niederlassung filialisiert haben. Somit unterliegen diese Unternehmen nicht der entsprechenden Steuerpflicht und führen eben nicht, wie das die Banken im Land normalerweise handhaben, Steuern für die Binären Optionen auf direktem Wege ans Finanzamt ab. Dadurch obliegt dem Trader selbst die Pflicht, dass die Einkünfte aus den Geschäften gemeldet wird und darum muss er natürlich auch die anfallenden Steuern an den zuständigen Fiskus abführen. Hierbei ist dringend angeraten, die Gewinne, die Sie durch Binäre Optionen erzielt haben, zeitnah an den Fiskus zu melden und die Steuerlast ohne große Verzögerungen abzuführen. Es gilt nämlich zu bedenken, dass im Rahmen von Abkommen, die der aktiven Bekämpfung von Steuerhinterziehungen dienen, die Finanzbehörden innerhalb der EU einen regen Austausch pflegen – schnell und auf digitalen Wegen. In den Abkommen wurde fixiert, dass vorhandene Konten gemeldet werden. Das geht so weit, dass selbst ein Demokonto für Binäre Optionen gemeldet werden kann – nicht muss, aber kann und sogar sehr wahrscheinlich wird – wodurch der Trader in Erklärungsnotstand gerät. Grundsätzlich gilt: Lässt das Konto zu, dass Einzahlungen getätigt werden und liegt ein Verdachtsmoment vor, werden die Finanzbehörden Nachfragen starten.

Gewinne und Verluste dokumentieren

Wer sich mit Binären Optionen versuchen möchte, ohne dabei massiv steuerlichen Schiffbruch zu erleiden oder gar in Bereiche zu rutschen, die strafrechtliche Relevanz aufweisen, muss sich demnach einen Broker suchen, der Gewinne und Verluste aus den Transaktionen peinlich genau dokumentiert. Doch nicht nur das, denn für das Finanzamt sind, wie im Grunde bekannt ist und bekannt sein sollte, Bescheinigungen von größter Wichtigkeit. Nur das, was auch tatsächlich bescheinigt vorliegt, wird beim Fiskus akzeptiert. Hier greift eben das Zusammenspiel zwischen Trader und Broker, der im Interesse seines Traders die Pflichten zur Dokumentation beherzigen muss, um finanziellen Schaden zu vermeiden – muss und nicht kann oder sollte. Was die Besteuerung angeht und das Akzeptieren von Verlusten betrifft, hilft eine Nachfrage beim zuständigen Fiskus. Besteht man hier auf einen lückenlosen Nachweis des Verlaufs vom Konto für die Binären Optionen, reichen die Nachweise von Einzahlungen – zum Beispiel via Kreditkarte – seitens des Brokers nicht aus, wollen Sie auch Ihre Verluste anrechnen lassen. Und die werden Sie als Nichthellseher haben, denn ein Restrisiko sich zu verspekulieren existiert immer – egal wie gut Sie den Markt auch beobachten. Wird nicht ausreichend fürs Finanzamt und die folgende Besteuerung dokumentiert, werden Ihre Gewinne einfach geschätzt – unabhängig der Richtigkeit der Schätzung – und darauf hin wird dann auch der Steuerbescheid erstellt. Haben Sie den vorliegen, erfordert es Zeit, rechtlichen Beistand und Mühe, den wieder rückgängig zu machen. Es demnach unter dem Strich fahrlässig und absolut fatal, wenn Sie Ihre Steuerpflicht aus den Augen verlieren.

Ist die Besteuerung dramatisch?

Nein, wenn Sie eine Steuer auf einen Gewinn zahlen müssen, sollten Sie sich grundsätzlich glücklich schätzen. Das ist ein Widerspruch in sich? Nein, auf keinen Fall. Selbstverständlich jubelt niemand laut auf, entsteht eine Steuerpflicht. Aber es macht doch weit mehr Spaß, wenn Sie einen Anteil des Gewinns abgeben müssen, als einen Verlustvortrag mit ins kommende Jahr zu ziehen. Sie legen Ihr Kapital an, es wird nicht „versenkt“, sondern es bleibt bestehen – nein, es bleibt nicht nur bestehen, es vermehrt sich sogar. Der Idealfall tritt für Sie ein.

Fazit:

Ja, Gewinne auf Binäre Optionen sind steuerpflichtig! Wenn Sie im Glauben sind, der Sitz des Brokers im Ausland würde Sie der Steuerpflicht auf den Gewinn entbinden, ist das eine irrige Ansicht, die unter Umständen strafbewehrt sein kann. Die Vernetzung von Banken und Steuerbehörden ist europaweit weit besser, als man es landläufig vermuten könnte. Es gibt Banken, die melden jeden noch so kleinen Gewinn unverzüglich an den deutschen Fiskus. Das Risiko, bei einer unterlassenen Steuerabfuhr auf Gewinne aufzufallen, ist also weit größer als man glauben möchte. Darum gilt: Kein Risiko eingehen, zahlen und sich über den verbliebenen Gewinn freuen!

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