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Binärhandel und Abgeltungssteuer

Auch wenn Sie im ersten Moment den Eindruck haben könnten, dass der Binärhandel aufgrund seiner Eigenschaft, Wetten auf den Kurs zu setzen, handelt es sich hierbei um keinerlei Form des Glücksspiels sondern tatsächlich um eine auf Gewinn ausgerichtete Tätigkeit. Aus diesem Grunde sind auch die von Ihnen erwirtschafteten Erträge gemäß der deutschen Steuerrechtsprechung zu versteuern. Die hierauf entfallende Abgeltungssteuer ist jedoch nicht abschließend geklärt. Das bedeutet, dass Sie persönlich dafür verantwortlich sind, die Abgeltungssteuer dem Finanzamt zu überweisen. Für Sie als Trader ist also wichtig zu wissen, dass Sie von Ihren Gewinnen immer einen gewissen Teil einbehalten sollten, um damit die auf Ihren Binärhandel angefallene Steuerschuld zu begleichen.

Die deutsche Steuerrechtsprechung geht davon aus, dass der Binärhandel in den Bereich der Termingeschäfte fällt und dass somit der § 23 des Einkommenssteuergesetzes Anwendung findet. Daraus können Sie ableiten, dass die Gewinne aus dem Binärhandel unter den Punkt der Abgeltungssteuer fallen. Allerdings sollten Sie darüber hinaus wissen, dass die von Ihnen erzielten Kapitalerträge mit den Verlusten, die Sie im Binärhandel oder anderen Kapitalgeschäften erwirtschaftet bzw. erlitten haben, verrechnet werden können. Wie dem jedoch auch sei, eine abschließende Bewertung in Bezug auf den Binärhandel und die Frage, ob es sich um eine Abgeltungssteuer im klassischen Sinne handelt, ist bislang noch nicht abschließend bewertet bzw. durch die Rechtsprechung beurteilt worden. Fakt ist jedoch auch, dass Sie, wenn Sie Ihre Geschäfte bei ausländischen Brokern oder im Ausland generell abschließen, persönlich dafür verantwortlich sind, die Steuer anzuzeigen und an den Staat abzuführen.

Sie können jedoch davon ausgehen, dass der Binärhandel eher dem § 23 Einkommenssteuergesetz zugeordnet wird als einem anderen. Das liegt darin begründet, dass der Binärhandel in vielen Punkten eine sehr große Ähnlichkeit zu Optionsscheinen, Differenzkontrakten und verschiedenen Zertifikaten aufweist. In diesen zuletzt genannten Zertifikaten sind sogenannte (Digital-)Optionen vorzufinden. Vor allem bei Bonuszertifikaten finden diese Optionen große Anwendung. Aus diesem Grund könne Sie davon ausgehen, dass der Binärhandel so lange unter dem Gesichtspunkt der Abgeltungssteuer betrachtet werden muss, bis eine andere, abweichende Regelung durch Exekutive, Legislative oder Judikative erfolgt. Bis dies allerdings der Fall ist, unterliegen der Binärhandel und dessen Erträge dem § 23 Einkommenssteuergesetz und somit der Abgeltungssteuer.

Binärhandel mit Auslandsbrokern – Trader zur Abführung der Steuerschuld persönlich verantwortlich

Wie bereits erwähnt, fallen Ihre Einkünfte aus dem Binärhandel unter die Abgeltungssteuer. Zurzeit ist diese in Deutschland mit einem Pauschalbetrag geregelt. Dieser Pauschalbetrag liegt bei 25 %. Hierzu müssen Sie noch den Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls eine von Ihnen zu entrichtende Kirchensteuer berücksichtigen. Als Steuerpflichtiger haben Sie einen Steuerfreibetrag in Höhe von 801 Euro. Sollte Ihr persönlicher Steuersatz unter der Marke von 25 % liegen, so kann durchaus eine Versteuerung der erzielten Gewinne im Rahmen der Einkommenssteuer in Betracht gezogen werden. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, so unterliegen Ihre Gewinne aus dem Binärhandel den Steuern nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz. Beachten Sie zudem beim Handel mit binären Optionen, dass die meisten Broker ihren Firmensitz nicht auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland sondern im Ausland haben. Selbst wenn Sie einen Broker finden, der hier eine Niederlassung betreibt, so können Sie davon ausgehen, dass dieser Broker in Deutschland keine Steuern abführt und auch Ihre Steuerschuld nicht direkt an das Finanzamt übermittelt. Dies stellt einen enormen Unterschied zu inländischen Banken, Brokern und Finanzdienstleistern dar, die diese Daten an die Behörden weiterleiten bzw. die zu entrichtenden Steuern auf Ihre Erträge dem Finanzamt sofort zuführen. Daher müssen Sie als Trader selber dafür Sorge tragen, dass Sie Ihre Steuerschuld rechtzeitig und vollständig begleichen und an das Finanzamt entrichten.

Vorsicht vor dem Finanzamt

Wenn Sie den Handel mit binären Optionen betreiben, sollten Sie stets auf der Hut sein und darauf achten, Ihre Abgeltungssteuer rechtzeitig zu melden und auch dem zuständigen Finanzamt zu überweisen. Sollten Sie das nicht tun, so laufen Sie Gefahr, einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung entgegenzutreten. Grund hierfür ist der Datenaustausch, den die europäischen Finanzbehörden im Rahmen ihres Abkommens zur Bekämpfung von Steuerhinterziehungen elektronisch betreiben. Die Finanzbehörden melden über diesen datenaustausch unter anderem auch Konten. Hier besteht sogar die Möglichkeit, dass ein Demokonto für den Handel mit binären Optionen der heimischen Finanzverwaltung gemeldet wird. Theoretisch kann allein dieses Demokonto schon dazu führen, dass das für Sie zuständige Finanzamt konkrete Anfragen über Ihr Konto, auch wenn es sich wie bereits erwähnt hierbei nur um das Demokonto handelt, stellt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn dieses Konto die Möglichkeit bietet, Einzahlungen vorzunehmen. Mit dieser Möglichkeit begründet das Finanzamt erste Verdachtsmomente.

Strategien und Steuern beim Handel mit binären Optionen

Der Handel mit binären Optionen ist in keinster Weise dazu geeignet, Ihre Steuern gesetzeskonform zu gestalten. Hierzu sollten Sie wissen, dass Steuerpflichtige die von ihnen zu entrichtende Steuerlast durch viele Möglichkeiten wie etwa dem Kauf von Anleihen und die hier anfallenden Zinsen je Stück deutlich reduzieren können bzw. auch die Möglichkeit bekommen, diese in nachfolgende Jahre zu verschieben. Binäre Optionen bieten Ihnen diese Möglichkeit nicht. Wenn der Binärhandel vom Gesetzgeber und den Steuerbehörden als Termingeschäft eingestuft wird, so sollte auch die Möglichkeit gegeben sein, alle Kapitalerträge mit Verlusten aus anderen Geschäften, auch aus dem Handel mit binären Optionen, verrechnen zu können. Diese Möglichkeit ist bereits jetzt bei den sogenannten CFDs gegeben. Die meisten Broker, die binäre Optionen anbieten, rechnen aus den Erträgen die auslaufenden Kontrakte mit einem Restwert ab. Diese Vorgehensweise ist legitim und erfüllt dabei die Anforderungen, die die Finanzämter an die Verrechnung von Verlusten stellen.

Gewinne und Verluste – die Dokumentation muss gültig sein

Für Sie als Trader kommen die steuerrechtlichen Gesichtspunkte wahrscheinlich so wie bei den meisten anderen wenn überhaupt nur sehr gering in Betracht und spielen beim Vergleich der verschiedenen Broker für Sie nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings sollten Sie wissen, dass hier nicht nur die Gewinne von Relevanz sind, denn mit einer Hinterziehung dieser können Sie ganz schnell in einem Strafverfahren landen, sondern auch die Verluste. Diese vor allem deswegen, da diese aus steuerrechtlicher Sicht sehr gut geeignet sind, um Ihre Gesamtsteuerschuld der Abgeltungssteuer zu reduzieren. Das bedeutet also für Sie in Ihrer Eigenschaft als Trader, dass nur Broker in Frage kommen können, die sowohl Gewinne als auch Verluste ausführlich dokumentieren. Hierzu zählen auch eine Erreichbarkeit bei offenen Fragen und das Ausstellen von Bescheinigungen, wenn es um die Angabe bei der Abgeltungssteuer geht.

Diese Eigenschaften sollte ein guter Broker auch erfüllen können, wenn Sie ihn nicht mehr beauftragen. Das Einhalten der gesetzlichen Dokumentationspflichten ist unumgänglich und spricht für einen erstklassigen Broker, selbst dann, wenn das Handelskonto gekündigt worden ist. Nur so ist gewährleistet, dass Sie Ihre Angaben in Bezug auf die Abgeltungssteuer korrekt machen können und dem Finanzamt eine ordentliche Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen können. Achten Sie hie rauch besonders darauf, dass nicht nur Einzahlungen und Kreditkartenabrechnungen dokumentiert werden. Fragen Sie hier lieber noch einmal nach, denn sollte dies der Fall sein und der Kontoverlauf wird von Ihrem Broker nicht hinreichend dokumentiert, wird Ihr Finanzamt die von Ihnen erlittenen Verluste in der Regel nicht anerkennen. Wenn es ganz schlimm kommt, wird das Finanzamt Ihre Gewinne sogar schätzen und die Abgeltungssteuer hiernach festsetzen.

Fazit

Noch können Sie davon ausgehen, dass der Binärhandel unter den Bereich der Abgeltungssteuer zu werten ist und dies auch solange so sein wird, wie Gesetzgeber und Rechtsprechung zu keiner anderen Erkenntnis gelangen werden. Aus diesem Grund sind Gewinne von Ihnen pauschal mit 25 % zu versteuern. Hinzu kommen noch der Solidaritätszuschlag sowie etwaige Kirchensteuerbeiträge. Solange Sie einen entsprechenden Nachweis erbringen können, werden Verluste mit Gewinnen verrechnet. Aufgrund der eher unklaren Rechtslage sollten Sie als Trader jedoch die Entwicklungen der Rechtsprechung auf diesem Gebiet immer wieder einmal beobachten.

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