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BIZ: Warnung vor zu starker Abhängigkeit von Geldpolitik

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnte vor einer zu starken Abhängigkeit der schwachen globalen Wirtschaft von der Geldpolitik. Das führt dazu, dass die Nachfrage nur mit nachhaltigen strukturellen Reformen stimuliert werden kann. Die BIZ drängte in ihrem Jahresbericht die Notenbanken, bei ihren Entscheidungen die Finanzstabilität stärker zu berücksichtigen. Die Banken sollten sich weniger auf die Inflation konzentrieren, da das leicht verdiente Geld weltweit Auf- und Abschwünge wahrscheinlicher macht, was allerdings negative Folgen für die Wirtschaft hat. Die BIZ schlussfolgerte, dass die Geldpolitik zu lange überfordert gewesen war.

Ähnliche Warnungen schon in den vergangenen Jahren

Schon in den vergangenen Jahren sprach die BIZ ähnliche Warnungen bezüglich einer zu starken Abhängigkeit von der Geldpolitik aus, doch blieb ihr Rat weitgehend ungehört. Viele Analysten dachten noch vor einem Jahr, dass die US-amerikanische Federal Reserve und die Bank of England schon längst ihre Zinsen erhöht hätten. Die Volkswirtschaften dieser Länder würden robuster expandieren und mehr Arbeitsplätze schaffen als die Volkswirtschaften in der Euro-Zone. Die jüngsten unbeständigen Konjunkturdaten und die schwache Inflation führten zu einer Verzögerung des Beginns der Zinserhöhungszyklen. Eine Zinsanhebung der Fed erwarten viele Ökonomen im September, während andere Notenbanken einen noch expansiveren Kurs eingeschlagen haben. Im März verabschiedete die Europäische Zentralbank ein Quantitative Easing-Programm mit einem Volumen von einer Billion Euro. Zentralbanken in

  • Schweden
  • Dänemark
  • Schweiz

haben bereits negative Einlagezinsen eingeführt. Die BIZ warnte vor Auf- und Abschwüngen durch Maßnahmen mit niedrigen Anleiherenditen, die dem Wachstum der globalen Wirtschaft langfristig schaden würden. Claudio Borio, Chef-Ökonom der BIZ, äußerte sich in einem Interview: „Unsere Sorge ist, nicht nur dieses Jahr, sondern auch in den vergangenen Jahren, dass diese Zinsen … aus einer längerfristigen Perspektive nicht völlig in Einklang mit einer anhaltenden Finanzstabilität scheinen.“ Die außerordentlich niedrigen Zinsen würden nicht mit einer völlig sinnvollen Ressourcenverteilung in Einklang stehen.

Negative Renditen bei langfristigen Staatsanleihen

Weltweit waren bei den langfristigen Staatsanleihen mit einem durchschnittlichen Volumen von zwei Billionen Dollar von Dezember 2014 bis Ende Mai 2015 negative Renditen zu verzeichnen, vor allem in der Eurozone. Die BIZ schreibt in ihrem Bericht, dass die niedrigen Zinsen das Symptom einer schwereren Krankheit sind, trotzdem seit der Krise ein Fortschritt zu verzeichnen war. Die globale Wirtschaftsschwäche würde durch die ultraniedrigen Renditen eher befeuert werden, denn sie destabilisieren die Finanzmärkte, treiben die Schulden nach oben und schwächen das Wachstum. Die lockere Geldpolitik wurde sehr lange mit einer niedrigen Inflation gerechtfertigt, besonders in den entwickelten Ländern. In den vergangenen Jahren haben die Zentralbanken eine Jahresteuerung der Verbraucherpreise um zwei Prozent angestrebt. Die niedrigen Ölpreise Ende 2014/Anfang 2015 drückte die Verbraucherpreisentwicklung in Europa und den USA in den negativen Bereich, trotz stärkerer Inflation. Aus dem BIZ-Bericht geht hervor, dass eine zu strenge Einhaltung der Inflationsziele nicht zu den gewünschten Konsequenzen führen würde. Die Risiken einer akkomodierenden Geldpolitik werden durch weltweit wachsende finanzielle Ungleichgewichte verdeutlicht. Die Zentralbanken sollten stärker auf die Fragen der Finanzstabilität achten. Der bestehende Handlungsspielraum sollte vollständig ausgenutzt, die entstehenden Kosten analytisch hervorgehoben werden.

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