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Börsengänge von Privatpersonen oft verschlafen

Für Börsengänge sind die Gelegenheiten in Deutschland jetzt besonders gut, der DAX ist seinem früheren Rekordhoch ganz nahe, die Notenbanken stellen genügend Geld für Investitionen an der Börse zur Verfügung. Privatanleger entscheiden sich jedoch nur selten für Börsengänge, das liegt oft daran, dass sie oft gar keine Chance dazu haben.

Siltronic – neues Unternehmen auf dem Börsenparkett

Das zehnte Unternehmen, das im Jahr 2015 den Schritt auf das Frankfurter Börsenparkett wagte, ist Siltronic, eine Tochtergesellschaft von Wacker Chemie, die Wafer für die Halbleiter-Industrie produziert. Allerdings haben bei den Aktien von Siltronic fast ausschließlich institutionelle Anleger investiert. Zum Handelsbeginn war ein Kursplus von fünf Prozent zu verzeichnen. Siltronic versuchte bereits 2004 den Börsengang, doch wurde er damals zwei Tage vor dem großen Auftritt abgesagt. Investoren waren zu dieser Zeit vor allem durch die Bombenanschläge von Madrid verunsichert. Der Börsengang von Siltronic war auch in diesem Jahr nur ganz knapp, denn lediglich im unteren Bereich der vom Verkäufer definierten Preisspanne fanden die Aktien genügend Abnehmer. Der Börsengang brachte immerhin ungefähr 380 Millionen Euro für das Unternehmen ein.

Private Anleger spielen beim Börsengang nur eine untergeordnete Rolle

Unternehmen und Finanzinvestoren zeigen verstärktes Interesse am Aktienkauf, doch Privatanleger spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, wie Martin Steinbach, der Leiter des Bereichs IPO und Listing Services bei Ernst und Young, feststellte. Die Statistik der Deutschen Börse zeigt, dass zahlreiche Unternehmen ihre Aktien am liebsten an institutionelle Investoren verkaufen. Die Verteilung der Aktien unter privaten Anlegern ist aufwendig, daher wird sie von vielen Unternehmen gescheut. Der Verkauf der Aktien an institutionelle Investoren schafft für den Börsengang mehr Planungssicherheit. Auf diese Weise werden Kleinanleger vom Aktienkauf ausgeschlossen. Eine Privatplatzierung wurde beispielsweise von Hella, einem Hersteller von Autoscheinwerfern, oder vom Spezialchemie-Konzern Evonic ermöglicht. Der Leiter Unternehmensfinanzierung beim Deutschen Aktieninstitut, Norbert Kuhn, stellt fest, dass Privatanleger beim Börsengang von Unternehmen kaum noch angesprochen werden. Während der Jahrtausendwende und des Neuen Marktes wandten sich Firmen noch an Privatanleger, beispielsweise mit der T-Aktie der Telekom. Mit dem Platzen der Dotcom-Börse kam jedoch die Ernüchterung, denn viele Privatanleger verloren ihr Vermögen. Das führte zu Risikoscheu bei privaten Anlegern und auch bei Börsengängern, die mit der Finanzmarktkrise in den Jahren 2007 und 2008 noch verstärkt wurde. Der Aktienmarkt erlebte in der letzten Zeit einen starken Aufschwung, doch Kleinanleger werden dabei vernachlässigt, sie sind gezwungen, sich die erforderlichen Informationen selbst zu beschaffen. Häufig erfahren Privatkunden erst zu spät von den Zeichnungsfristen, denn in den Zeitungen wird erst zum Börsengang darüber berichtet. Auch die Banken informieren nicht ausdrücklich über die Möglichkeit zum Aktienerwerb, denn sie müssen dabei strenge Auflagen erfüllen, die Berater müssen für ihre Fehler haften. Ein weiterer Grund für das geringe Interesse von Privatkunden ist die schwer verständliche Fachsprache von Wertpapierprospekten.

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