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CFD Handel

Der CFD Handel – eine lohnende Alternative zum Direktinvestment?

Ein CFD – Contract of Difference – ist ein hochspekulatives Finanzinstrument und vor allem bei risikoaffinen Anlegern beliebt. Beim CFD Handel setzen Anleger sowohl auf fallende als auch steigende Kurse und handeln nicht mit einem Basiswert direkt, sondern setzen mit einem Derivat auf Kursveränderungen. CFDs haben keine vorgeschriebene Laufzeit und somit auch kein Verfallsdatum, daher können sie auch längerfristig gehalten werden. Aus diesem Grund ist der CFD Handel nicht nur bei sehr kurzfristig orientierten Tradern, sondern auch bei mittelfristigen Anlegern eine beliebte Option.

Durch die Virtualisierung des Börsenhandels können Spekulationsgeschäfte wie der CFD Handel oder Daytrading online abgewickelt werden und eine persönliche Anwesenheit in Börsensälen ist nicht mehr notwendig. Schnelle, leistungsstarke Systeme sind die Basis für den schnellen Handel und oftmals auch schnelle Gewinne und Verluste. Diese Verschiebung in die virtuelle Welt hat die gesamte Finanzwelt beschleunigt, Reaktionszeiten verkürzt und führt zu schnelleren und heftigeren Kursausschlägen – in die eine oder andere Richtung.

Was kann gehandelt werden?

Im Vergleich zum Daytrading handelt der Anleger bei CFDs nicht direkt an einer Börse, sondern ausschließlich mit einem spezialisierten Broker. Der CFD Broker ist Handelspartner und Anbieter der CFDs zugleich. Übliche Basiswerte bei einem CFD sind Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen. Dabei ist erst der Kurs zum Einstiegszeitpunkt ausschlaggebend. Ausgehend von diesem Kurs werden Gewinne und Verluste berechnet. Bei Geschäftsabschluss muss für jeden Kontrakt eine entsprechende Margin, die in ihrer Höhe abhängig vom gewählten Basiswert ist, beim Broker hinterlegt werden. Diese Initial Margin beträgt bei Aktien 5 – 10 %, bei Indizes 1 – 2 % und bei Währungen ca. 0,5 %. Die Richtwerte sind je nach Anbieter unterschiedlich hoch festgesetzt und von der generellen Volatilität am Markt abhängig. Diese Sicherheitsleistung stellt quasi den Puffer des Anlegers für die Startphase dar. Durch die im Vergleich zu den Börsen verlängerten Handelszeiten ist der Investor beim CFD Handel auch in der Lage auf nachbörsliche Ereignisse zum Beispiel im US-amerikanischen Späthandel zeitnah zu reagieren. Dadurch kann der CFD Trader Investitionsentscheidungen treffen, wo der klassische Aktieninvestor aufgrund der fixen Börsenzeiten keinen Handlungsspielraum mehr hat.

Funktionsweise und Besonderheiten beim CFD Handel

Des weiteren fallen beim CFD Handel Finanzierungskosten basierend auf Geldmarktsätzen wie zum Beispiel EURIBOR oder LIBOR in der Höhe von in etwa 2,0 – 2,5 % als Aufschlag an. Diese stellen die Handelsspanne des Brokers dar. Der Halter einer Long-Position wird mit den Finanzierungskosten belastet, der Short-Seller bekommt die Finanzierungskosten nach Abzug des Aufschlags gutgeschrieben. Bei Währungs-CFDs erfolgt die Abrechnung der Finanzierungskosten über den Swapsatz, der sich nach dem Zinsniveau der Währungen zueinander richtet. Je größer das Zinsgefälle zwischen dem Währungspaar ist, desto höher sind die Belastungen oder Gutschriften für den CFD Trader.

Eine weitere Besonderheit bei Aktien CFDs ist die Verrechnung von Dividenden. Je nach Position werden dem CFD Trader Dividenden belastet oder gutgeschrieben, obwohl keiner der beiden den Basiswert direkt besitzt. Auch laufende Liquidität des Anlegers ist eine Voraussetzung für den CFD Handel. Der Anleger muss beim CFD Handel stets über eine ausreichende Kontodeckung verfügen, da ein etwaiger Verlust unmittelbar mit diesem Marginkapital abzudecken ist. Laufende, unrealisierte Gewinne werden in Realtime dem Marginkonto gutgeschrieben. Dadurch kann der CFD Anleger zu jeder Zeit seinen aktuellen – die offenen Positionen mit eingerechnet – Kontostand sehen.

Um die Funktionsweise des CFD Handels näher kennenzulernen und sich mit der angebotenen Handelssoftware vertraut zu machen, ist es für Neueinsteiger unbedingt empfehlenswert, sich zuerst mit der Demoversion des CFD Brokers ausführlich zu befassen. Dadurch können die wichtigsten Funktionen sowie das generelle Handling getestet werden.

Die CFD-Strategie

Um mit einem Differenzkontrakt erfolgreich zu sein ist ein Handelsplan und eine genaue Strategie der entscheidende Weg zum Erfolg. Ein Handelsplan hilft dabei, finanzielle Handelsziele zu definieren und diese in der Folge auch besser zu kontrollieren. Eine konstante Überwachung offener Positionen um auf Marktbewegungen zeitnah reagieren zu können, ist ein zwingender Bestandteil jeder guten CFD-Strategie.

Genauso wichtig ist die konsequent Definierung von Stop-Loss-Limits und deren emotionslose Einhaltung im Rahmen der Anlagestrategie. Auch Emotionen sollten möglichst beiseite gelassen werden und Entscheidungen rational getroffen werden. Entscheidungen unter Stress, aufgrund der Schieflage von Positionen, führen in der Regel zu noch schlechteren Ergebnissen.

Spezielle Plattformen sowie Apps helfen dabei, die Kursentwicklungen über Tablets oder auch Smartphones laufend im Auge behalten zu können. Automatisierte Risikomanagement Tools aber auch Alarmfunktionen helfen dabei, mögliche Verluste in Grenzen zu halten. So können Informationen wie Preisalarme, bei einer bestimmten Kurserreichung direkt an das Smartphone geschickt werden. Risikomanagement Tools wie Garantierte Stops, Limit Orders, Stop Orders oder Trailings Stops bieten Schutz vor plötzlichen, unvorhergesehenen Markbewegungen.

Chancen und Risiken

Der CFD Handel ist aufgrund seiner Ausgestaltung für jede Marktphase geeignet und eröffnet dem Anleger überdurchschnittliches Gewinnpotential. Jede noch so kleine Kursänderung im Handelsverlauf kann durch die Hebelwirkung bereits zu erfolgreichen CFD Geschäften genutzt werden. Dadurch sind die Investitionsmöglichkeiten und Tradingchancen quasi permanent vorhanden.

Gewinnchancen sind beim CFD Handel durch das hohe Risiko und die Hebelwirkung überproportional vorhanden. Dabei muss der Anleger nicht den gesamten Kaufpreis wie bei einem Direktinvestment in den Basiswert aufbringen, sondern nur einen Bruchteil für die jeweilige Position hinterlegen. Dadurch könnte der CFD Trader theoretisch mit dem gleichen Kapital eine um ein Vielfaches größere Position als beim Direktinvestment eingehen. Der Hebel vergrößert dadurch den Spielraum für Gewinne und Verluste. Trotz des geringeren Kapitalbedarfs ist es empfehlenswert, zu Beginn mit kleineren Positionsgrößen zu handeln und damit das Verständnis für die Materie aufzubauen. Ebenfalls ist ein Verständnis von handelsbeeinflussenden Faktoren, die sich auf die CFD-Strategie auswirken, absolut zwingend notwendig um langfristigen Erfolg mit dem CFD Handel zu haben.

Neben der Hebelwirkung und ausreichend Liquidität haben auch andere Faktoren einen großen Einfluss auf den Erfolg mit CFDs. Die Entwicklung des Basiswertes wird von Nachrichten aus Wirtschaft und Politik, sowie Gerüchten, Stimmungen, Wechselkursen, Übertreibungen und dem allgemeinen Sentiment bestimmt und determiniert die Kursentwicklung. Aus diesem Grund besteht ein allgemeines Marktpreisrisiko des Kontraktwertes. Auch das Over-Night-Risiko darf nicht außer Acht gelassen werden. Dabei kann es praktisch über Nacht zu einer erheblichen Abweichung des Schlusskurses im Vergleich zum Eröffnungskurs kommen. Da eine praktische Marktbeobachtung rund um die Uhr nicht möglich ist birgt dieses sogenannte Overnight-Gap ein nicht zu unterschätzendes Risiko in sich. Wenn sich der Basiswert auf eine Rechnungseinheit in ausländischer Währung oder eine ausländische Währung selbst bestimmt, entsteht für den CFD Trader ein zusätzliches Risiko. Das Risiko besteht dann nicht ausschließlich durch die Wertentwicklung des Basiswertes, sondern ist auch aufgrund von Wechselkursschwankungen gegeben. Beim CFD Handel kann es durch unerwartete Kursausschläge des Basiswerts schnell zu einem Totalverlust des Kapitals kommen, wenn nicht sorgfältiges Risikomanagement betrieben wird. Auch die weit verbreitete Vorgehensweise Verluste laufen zu lassen und Gewinne zu begrenzen wird oft von unerfahrenen Trader angewandt. Selbst bei eintretenden Verlusten wird zu lange auf einen zukünftigen Gewinn gesetzt und der Trader kann sich nicht von seiner Position lösen. Langfristige Gewinne setzen in diesen Situationen aber eine rechtzeitige Glattstellung voraus.

Fazit

Für risikoreiche Anleger mit Verlusttragefähigkeit und ausreichend Know-How über die Thematik CFD Handel ist dieser eine geeignete Alternative zum Daytrading oder klassischen Börsengechäft. Dabei ist der Kapitaleinsatz stets sorgfältig abzuwägen, um nicht existenzbedrohend zu handeln. Als mittel- oder langfristige Beimischung ist der CFD Handel ein gutes begleitendes Instrument zu einer ausgewogenen Veranlagungsstrategie. Eine ausschließliche Veranlagung des Gesamtkaptialts über den CFD Handel sollte nur von wirklichen Profis durchgeführt werden. Aufgrund der Komplexität ist der CFD Handel für Neueinstieger nur mit viel Aufwand und Interesse an der Materie erfolgreich zu bewältigen.

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