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Megafusion am deutschen Aktienmarkt ist gescheitert

Seit Oktober 2015 hatte die im DAX notierte Vonovia AG alles daran gesetzt, die im MDAX notierte Deutsche Wohnen AG feindlich zu übernehmen.

Es gibt keine Konzentration von 500.000 Wohnungen in einer Hand

Dieses Vorhaben ist mit Ablauf des 09. Februar 2016 zumindest zunächst gescheitert. Es war der Vonovia AG zwar zuvor gelungen, mit der Übernahme der GAGFAH AG zum Marktführer bei der Vermietung von Wohnungen, immerhin sind es 350.000, aufzusteigen. Der Versuch jedoch, zum unangefochtenen Brachenprimus durch die feindliche Übernahme der Deutschen Wohnen AG, mit mehr als 500 000 Wohnungen zu werden, schlug deutlich fehl. Die Vonovia AG war bereit, rund 14 Mrd. € für die Übernahme der Deutschen Wohnen AG zu zahlen. Das wäre der größte Betrag gewesen, der jemals in Deutschland für eine Übernahme gezahlt worden wäre. Doch der Vonovia gelang es nicht, die Aktionäre der Deutschen Wohnen AG davon zu überzeugen, dass eine Fusion für sie vorteilhafter ist, als zwei getrennte und zudem in unterschiedlichen Indizes notierte Aktiengesellschaften.

Gesplittete Anteile mehr wert als fragwürdige Synergien

Möglicherweise hatte die Vonovia zu sehr darauf spekuliert, dass viele ihrer Aktionäre gleichzeitig Aktionäre der Deutschen Wohnen AG sind. Die Aktionäre waren jedoch letztlich nicht davon überzeugt, dass eine Übernahme für 14 Mrd. €, die letztlich nur 80 Mio. € an Synergieeffekten bringen sollte, die zudem auch noch arg umstritten sind, wirklich in ihrem Interesse liegt.

Vonovia verfehlt Ziel klar

Nur wenig mehr als 30 % der Aktionäre der Deutschen Wohnen AG hatten sich bis Ablauf der sogar durch die Vonovia AG noch einmal bis zum 09.02.2016 verlängerten Frist entschieden, deren Angebot anzunehmen. Damit hat die Vonovia AG ihr gestelltes Ziel nicht nur knapp und wegen widriger Umstände, sondern ganz klar verfehlt. Die Aktionäre der Deutschen Wohnen AG, die teilweise deckungsgleich mit denen der Vonovia AG sind, haben klar und deutlich gegen eine Fusion votiert.

Beide Aktien legen zu

Interessant ist, wie sich der Aktienkurs beider Unternehmen seit Bekannt werden des Scheiterns der feindlichen Übernahme entwickelt hat: Die Aktie der Vonovia AG eröffnete am 09.02..2016, also am letzten Tag, an dem die Aktionäre der Deutschen Wohnen AG das Übernahmeangebot hätten annehmen können knapp über 25,50 € und schloss am gleichen Tag mit 26,85 €. Nach Bekannt werden der gescheiterter Übernahme verlor sie am 10.02.2016 leicht auf 26,40 €, lag damit aber immer noch höher als am Morgen den 09.02.2016. Gegenwärtig notiert die Vonovia am 15.02.2016 um 09.30 Uhr bei 27,23 €. Die Aktie der Deutschen Wohnen AG notierte am 09.02.2016 um 17.30 Uhr, also kurz vor Auslaufen des Übernahmeangebots bei 22,18 € und schloss am 10.02.2016, also am Tag des Bekanntwerdens der gescheiterten Übernahme mit 23,00 €. Derzeit notiert die Deutsche Wohnen Aktie am 15.02.2016, 09.30 Uhr mit 24,16 €.

Beide Aktien haben in einem derzeit volatilen Aktienmarkt trotz und wegen der gescheiterten Übernahme gewonnen. Ein Trader, der den Markt richtig eingeschätzt hat und für eine oder beide AG auf Call-Optionen setzte, hat gewonnen.

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