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VW muss mit drastischer Geldstrafe aus den USA rechnen

Angesichts der Abgasaffäre muss VW mit einer hohen Geldstrafe aus den USA rechnen. Die US-Justizministerin verklagte den Konzern wegen eines Verstoßes gegen das US-Luftreinhaltegesetz. Gemäß Berechnung der Nachrichtenagentur Reuters wird die Geldstrafe auf bis zu 48 Milliarden Dollar beziffert. Auf diese Meldungen reagierten die Anleger schockiert, was sich an einem Kurseinbruch der Volkswagen-Aktie zeigte.

Kurseinbruch bei den VW-Aktien

Die Volkswagen-Aktie rutschte am Dienstag zeitweise auf Kurse um 118 Euro ab, was einen Einbruch von sieben Prozent ausmacht. Allerdings gehen Analysten davon aus, dass die von der US-Umweltschutzbehörde EPA geforderte Geldstrafe letztendlich niedriger ausfallen wird. Kirk Junker, Professor für US-Umweltrecht an der Universität Köln, betont, dass es für die EPA üblich ist, zuerst sehr hohe Summen zu fordern und sie dann herunterzuhandeln. VW räumte ein, dass der Grenzwert für den Stickoxid-Ausstoß nur im Prüfstand bei fast 600.000 Dieselfahrzeugen in den USA eingehalten werden konnte, da eine illegale Software verwendet wurde. Manipulationen wurden bei ungefähr elf Millionen Fahrzeugen weltweit vorgenommen. Gemäß der US-Klage sind pro Fahrzeug und Verstoß Geldbußen bis zu 37.500 Dollar vorgesehen, zunächst wurde mit insgesamt rund 18 Milliarden Dollar gerechnet. Nun wirft das US-Justizministerium sogar vier Verstöße gegen den Clean-Air-Act vor:

  • allgemeine Manipulation
  • Entwicklung und Einbau der Manipulationsvorrichtung
  • Versäumnisse bei der Offenlegung
  • Import und Verkauf der Fahrzeuge
  • Bereits seit Mai 2014 diskutierte VW mit der EPA über die verdächtigen Abgaswerte bei Zwei-Liter-Motoren, doch erst im September 2015 wurde die Manipulation zugegeben. Das US-Justizministerium will noch keine Gesamtsumme benennen.

    Tatsächliche Belastung wirft Rätsel auf

    Experten gehen davon aus, dass die geforderte Strafe für VW geringer ausfallen dürfte. Auch Toyota wurde wegen Verstößen gegen die Luftreinhaltung verklagt und sollte zunächst 58 Milliarden Dollar berappen, doch die tatsächliche Geldstrafe betrug nur 34 Millionen Dollar. Arndt Ellinghorst vom Analysehaus Evercore ISI spricht davon, dass zuerst meistens unglaublich hohe Summen genannt werden, aber dass es schließlich in einen Vergleich hinausläuft, der dann deutlich niedriger ausfällt. Eine Geldstrafe in der von Reuters genannten Höhe könnte seiner Meinung nach zu einem Ruin von VW führen. Es ist schwierig, eine realistische Zahl zu schätzen, doch rechnet Evercore ISI mit ca. zehn Milliarden Euro für alle rechtlichen Auseinandersetzungen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs schätzt die Zahlen allerdings anders ein:

  • Geldbuße der EPA von einer halben Milliarde Euro
  • Entschädigung der VW-Kunden von 2,9 Milliarden Euro
  • Politik fordert Klärung des Falls

    Mitte Dezember berichtete der neue VW-Chef Matthias Müller über den Zwischenstand der internen Aufklärung des Abgasskandals. In der kommenden Woche wird er anlässlich der Automesse in Detroit in die USA fahren, auch VW-Markenchef Herbert Dies wird auf der Konsumelektronik-Messe in Las Vegas als Hauptredner der Autoindustrie auftreten. Die Politiker sind über die Folgen der Krise beim größten deutschen Industriekonzern besorgt; laut Auskunft von Hubertus Heil, Vize-Vorsitzendem der SPD-Bundestagsfraktion, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters geht es um

  • Sicherung von Arbeitsplätzen in der deutschen Automobilindustrie
  • Abwendung dramatischer Folgen durch Aufklärung
  • Kerstin Andreae, Vize-Chefin der Grünen-Fraktion, äußerte Verständnis für das Vorgehen der USA; sie sprach davon, dass es sich bei der Manipulation von VW um einen mutmaßlichen Verstoß gegen den Clean Air Act handelt. Angesichts des Abgas-Skandals brach der Absatz von VW-Fahrzeugen im Dezember ein; knapp 31.000 Fahrzeuge wurden verkauft, das sind neun Prozent weniger als im Vorjahr. Im November musste VW sogar einen Rückgang der Auslieferungen von einem Viertel verzeichnen.

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